Die Flucht nach den Kanaren endet oft tödlich

Seit die marokkanische Regierung härter gegen Afrikaner vorgeht, die nach Spanien wollen, versuchen viele in kleinen Booten den Seeweg nach den Kanarischen Indien. Doch die Flucht endet oft tödlich.

"Wir finden immer einen Weg" sagen viele Flüchtlinge aus Schwarzafrika, die versuchen nach Europa zu gelangen. Und in diesen Tagen wird nur allzu deutlich, dass das stimmt. Und dass sie ihre Flucht unter allen noch so gefährlichen Umständen wagen. Seit Marokko seine Grenzen hochgesichtert hat, begeben sich Flüchtende aus Afrika auf eine neue Route.

Gegen die neue Route ist die frühere Seestrecke über Gibraltar ein Katzensprung. Etwa 800 kilometer sind die Flüchtlinge ab Mauretanien unterwegs, in Nussschalen, die nicht hochseetauglich sind, über hohe See Richtung Kanaren. Nach Angaben des Roten Halbmonds (Mauretanien) allein in vergangenen Monaten weit mehr als 1.000 AfrikanerInnen ums Leben gekommen. Fast die Hälfte erleidet Schiffbruch, wird geschätzt, letzte Woche wurden knapp 100 Tote geborgen. Doch niemand kann sagen wieviele Menschen wirklich bei der Flucht starben, denn die Dunkelziffer ist hoch.

Die spanische Regierung gibt offen zu, daß die Flüchtlinge schlicht ihre Routen geändert haben, weil Marokko stärker gegen sie vorgeht. Früher hatten sie es über die Meerenge von Gibraltar versucht, die mit einem elektronischen Abwehrsystem ausgestattet wurde. Danach probierten viele den Weg über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Marokko.

Nun hat sich die Hafenstadt Nuadibu zu einem der Hauptablegeplätze für Flüchtlingsboote entwickelt und Mauretanien wandte sich mit einem Hilferuf an die EU und an Spanien.

Das Phänomen der heimlichen Migration über Mauretanien ist nicht vollkommen neu. Im vergangenen Jahr sind nach mauretanischen Angaben 3900 Menschen festgenommen worden, die in Richtung Kanaren in See stechen wollten. Doch seit Januar hat sich die Lage nun dramatisch verschärft.

Viola Hoppe lebt ebenfalls als Migrantin auf den Kanaren – sie kam allerdings vor 15 Jahren aus Nürnberg auf die Inseln, zwar ebenfalls auf dem Weg über afrika. Mit elektronischen Abwehrsystemen war sie dabei freilich nicht konfrontiert gewesen.

Mit der Wahlkanarin sprach Maike Dimar über das Drama in den kanarischen Gewässern:

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