Pinochet ist tot

Auch nach dem Tod des chilenischen Exdiktators bedarf das dunkelste Kapitel chilenischer Geschiche der Aufklärung, meint die Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf im Interview, die Ende der 90er Jahre Anklage gegen Augusto Pinochet erhoben hat.

Während die einen feiern, trauern die anderen: Der Tod des ehemaligen Machthabers Augusto Pinochet löst in der chilenischen Bevölkerung gespaltene Reaktionen aus, die verdeutlichen, wie sehr Pinochet die ChilenInnen bis heute polarisiert. KritikerInnen und Opfer seiner Diktatur tanzten in den Straßen Santiagos oder demonstrierten, es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und Polizeikräften . Gleichzeitig sammelten sich AnhängerInnen des Ex-Diktators vor dem Militärkrankenhaus, in dem er gestorben ist, um ihre Trauer zu bekunden. Das Militär hat die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

Pinochet starb, ohne jemals für die von ihm verantworteten Menschenrechtsverletzungen belangt zu werden.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt davor, den Tod Pinochets zum Anlass zu nehmen, das "dunkelste Kapitel" der Geschichte Chiles nun abzuschließen. Vielmehr müssten jetzt die noch unter Pinochet erlassenen Amnestiegesetze aufgehoben werden, um endlich in den tausenden Fällen von Folter, Hinrichtungen und Verschleppungen während der Diktatur ermitteln zu können.

Genauso sieht es die Berliner Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf, die Ende der 90er Jahre von Deutschland aus Anklage gegen Augusto Pinochet erhob.

Lissi Schwemmer sprach mit ihr über den Inhalt der Anklage und die juristischen aber vor allem politischen Hindernisse auf dem Weg zu einer Verurteilung Pinochets:

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