Forschungsprojekt zu "Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt_innen"

Was wir über Polizeigewalt wissen, wissen wir bisher von der Polizei selbst. Ein Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum will das ändern und befragt erstmals Betroffene.

Gestern - am 5.12. - gab es dazu einen Vortrag von Hannah Espín Grau im selbstverwalteten Jugendzentrum in Erlangen, wo im Moment auch noch eine Ausstellung zur versuchten Abschiebung am 31. Mai 2017 zu sehen ist.

 

E in dickes schwarzes Notizbuch wartet auf Erfahrungen. Der Widerstand Mai 31 – Solidarität ist kein Verbrechen hat im selbstverwalteten Jugendzentrum in Erlangen ihre Ausstellung zur versuchten Abschiebung von Asef N. am 31. Mai 2017 eingerichtet. Fotos, Berichte, Plakate, die versuchen, Polizeigewalt in Zahlen zu fassen, MP3-Player, auf denen anonym von den Erlebnissen einiger Menschen berichtet wird, die an diesem 31. Mai die Abschiebung zu verhindern suchten. Und eben dieses schwarze Buch, das fragt: Du hast Erfahrung mit Polizeigewalt? Schreib es hier anonym auf.

Was das schwarze Buch im kleinen versucht, versucht ein Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum im großen: „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt_innen“, kurz KviAPol ist das erste Forschungsprojekt in Deutschland, das nach der Perspektive Betroffener fragt.

Was wir nämlich bisher über Polizeigewalt wissen, wissen wir nur aus der Kriminalstatistik und der Staatsanwaltschaftsstatistik. Dort taucht nur auf, wer Anzeige erstattet hat. Also nicht so viele.

Gestern gab es – ebenfalls im selbstverwalteten Jugendzentrum – in der Veranstaltungsreihe „Körper“ einen Vortrag von Hannah Espín Grau, die an diesem Forschungsprojekt beteiligt ist. Meine Kollegin Anja Gmeinwieser war dort und hat sich im Anschluss mit Hannah Espín Grau über die Studie unterhalten.

Oft benutzt man den Begriff „Polizeigewalt“ für ein bestimmtes Spektrum polizeilichen Handelns, und nicht selten wird da von Politik und Polizei dagegen gehalten, dass die Polizei nun mal „unmittelbare Zwangsmittel“ anwenden dürfe. Natürlich darf sie das nicht unter allen Umständen.

 

 

Wer selbst Erfahrungen mit Polizeigewalt hat, kann sich noch bis kurz vor Weihnachten an der Umfrage beteiligen. Ihr findet sie unter www.kviapol.rub.de/ in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Französisch.

Die Ausstellung vom Widerstand Mai 31 ist noch bis Sonntag im Jugendzentrum in Erlangen und zieht dann nach Nürnberg ins P31, wo sie zwei Wochen lang zu sehen sein wird.

Die beiden letzten Veranstaltungen in der Reihe „Körper“ sind über die Abschiebepraxis der bayerischen Staatsregierung am 14. Januar und über Körper und Natur im Feminismus am 30. Januar. Mehr dazu erfährt man online am einfachsten über facebook.

here we go  
AutorIn: Anja Gmeinwieser | Format: MPEG-1 Layer 3 | Dauer: 10:09 Minuten

 

Anmeldung

Auf Sendung

Jetzt On Air:
SWEAT - Die Sendung zu Bassmusik, feministisch und laut!
Ab 19:00:
Francophonie - Musik aus dem französisch-sprachigen Raum - jd 3. Mi. im Monat