Krieg in Afrin - Solidarität europaweit

Hauptthema ist die türkische Militäroffensive in Afrin. Seit mehreren Wochen wüten die türkischen Streitkräfte in Nordsyrien und versuchen Afrin zu erobern. Anfangs sah es nach einem klaren Sieg für Erdogan aus. Doch wendet sich nun das Blatt?

Gespräch mit Naima, Halit und Sheriva aus Afrin. Aus dem Kurdischen übersetzt von Ali vom Medya Volkshaus Nürnberg.

Seit über 2 Wochen währt nun die türkische Offensive in Afrin. Afrin ist einer der 3 Kantone des Projektes Rojava. Rojava ist ein knapp 2jähriges autonomes Projekt in Nordsyrien. Hier leben KurdInnen, JesidInnen, AraberInnen, AramäerInnen und etliche weitere Ethnien und Volksgruppen selbstverwaltet zusammen.
Der Anspruch dieses Projekts geht aber noch weiter. Ziel ist es eine Gesellschaftsform zu etablieren, die ohne Eliten und Klassen funktioniert. Eine Gesellschaftsform, in der alle gleich gestellt sind und gemeinsam ihre Zukunft gestalten. So ist es gelungen, die Wirtschaft weitgehend in Kooperativen zu organisieren. So soll verhindert werden, dass Einzelne durch wirtschaftlichen Profit zu mehr Reichtum und Macht gelangen als der große Rest. Politische Entscheidungen werden basisdemokratisch getroffen. In der Frage der Geschlechtergleichheit gibt es wohl nirgends sonst so fortschrittliche Ansätze wie in Rojava.

Doch seit der Gründung der demokratischen Föderation Nordysrien, wie Rojava eigentlich heißt, sieht sich das Projekt immerwährenden Angriffen ausgesetzt. Seit Jahren kämpft man dort ziemlich erfolgreich gegen den Islamischen Staat, die Freie Syrische Armee und andere dschihadistische und monarchistische Gruppen. Hilfe vom Nachbarn Türkei haben die KombattantInnen nicht zu erwarten. Denn dem türkischen Staat ist das selbstverwaltete Gebiet ein Dorn im Auge. Ein selbstverwaltetes Gebiet, das sich dem imperialistischen Einfluss entziehen will. Und dann auch noch dominiert von Erdogans Erzfeind – den KurdInnen.
In den letzten Jahren gab es immer wieder Bombardements auch seitens der Türkei in dem Gebiet. Am 20. Januar marschierten türkische Streitkräfte ein und seitdem wird versucht, die Stadt Afrin einzunehmen.
Um mehr über den Konflikt zu erfahren, habe ich mich mit 3 Personen aus Afrin unterhalten. Naima Hassan, die bereits seit einigen Jahren in Deutschland ist, sowie Halit Abdul Kerim und Sheriva Fatime, die erst vor 2 Jahren hier ankamen. Zur Übersetzung stand Ali vom Medya Volkshaus bereit.

here we go  
AutorIn: Volker Hörig | Format: MPEG-1 Layer 3 | Dauer: 60:00 Minuten

 

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