Call Wolfgang

Im Sommer erzeugte der Komponist Johannes Kreidler über sein Fachgebiet hinaus Schlagzeilen, als er bei der Verwertungsgesellschaft GEMA vorschriftsgemäß ein Stück anmelden wollte, das aus 70.200 Zitaten bestand. Bereits damals kündigte er an, sich demnächst mit dem Thema Überwachung beschäftigen zu wollen. Nun ist sein neues Projekt Call Wolfgang – terrorist generated content fertig.

Basis der Installation ist eine dauerhafte VoIP-Verbindung zwischen zwei Rechnern.
Sie führen ein automatisch generiertes "Gespräch", einen, so Kreidler, "algorithmischen Theaterdialog in Abhörkulisse".
Dieser besteht zum einen Teil aus unverständlichen Lautfetzen, zum anderen aus Wörtern, die bei Sicherheitsbehörden einen Überwachungsreflex auslösen könnten. Darunter befinden sich nicht nur naheliegende Reizkombinationen wie "Bombe", "Koranverse" und "Ungläubiger", sondern auch verhältnismäßig unverdächtig klingende wie "Reproduktion", "Prekarisierung" und "Bezugsrahmen", die für das BKA in der Vergangenheit nichtsdestotrotz Anlass für Ermittlungen gegen einen Berliner Soziologen waren.
Ein Beitrag von der Radiokampagne Berlin:

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